Bildung

Noch immer sind etwa zwei Drittel der ländlichen Bevölkerung Analphabeten. Deshalb legen wir besonderen Wert auf die Schulbildung und versuchen so, den Kreislauf aus früher Heirat, vielen Kindern und wachsender Armut zu durchbrechen. Mit Schulbildung können diese Kinder ihre Zukunft eigenverantwortlich gestalten. Das staatliche Schulsystem in Nepal ist besonders auf dem Land sehr schlecht. Die Dorfschulen sind meist in einem beklagenswerten Zustand. Ausserdem sind viele Lehrer mangelhaft ausgebildet. Hilfe für Betrawati (HTC) finanziert mit Spenden den Neubau von Schulen sowie die Renovierung und Ausstattung bestehender Schulen mit Lehrmitteln und Inventar. Auch die Qualität des Unterrichts verbessert HTC, indem zusätzlich engagierte Lehrkräfte eingestellt werden. Viele Kinder müssen tagsüber auf den Feldern mitarbeiten. Diesen Kindern vermitteln wir durch Abendförderunterricht Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen.

Gesundheit

Eine medizinische Grundversorgung ist in vielen Dörfern Nepals nicht vorhanden. Da es auf dem Land kaum Ärzte gibt, bedeuten schon kleine Wunden ein beträchtliches Infektionsrisiko. Größere Operationen können nur in der Hauptstadt Kathmandu vorgenommen werden. Die wenigen Krankenhäuser auf dem Land befinden sich oft in einem bedenklichen hygienischen und baulichen Zustand. Weder in der Hauptstadt noch in den Dörfern existiert eine Kanalisation. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist selten. Außerdem fehlt der Bevölkerung das Wissen über den Zusammenhang zwischen Hygiene und Krankheitsrisiken. Mit dem Aufbau und dem Unterhalt unserer Krankenstation in Naldum sowie der Anstellung eines nepalesischen Pflegers sichert HTC die Erstversorgung bei Verletzungen und leichteren Erkrankungen. In mehreren schwierig erreichbaren Bergdörfern sind von HTC gespendete Tragen deponiert, um den Krankentransport zu erleichtern.
Das nahe gelegene, von Interplast Germany e.V. geführte Sushma Koirala Hospital, veranstaltet für HTC zahnmedizinische und gynäkologische Ärztecamps. Dabei werden die Dorfbewohner kostenlos untersucht und behandelt. Zahlreiche Frauen informieren sich gerne bei den von HTC angebotenen Veranstaltungen zur Gesundheitsvorsorge und Familienplanung.

Eigenverantwortung

Alleine mit Schulbildung für die Kinder ist es nicht getan. Je nach Spendeneingang unterstützt HTC gezielt die Familien, sich ein kleines Einkommen zu erarbeiten, z.B. durch die Aufzucht von Ziegen. Eine trächtige Ziege dient als Startkapital.
Dasselbe Ziel verfolgt HTC mit den für die Bauern durchgeführten Schulungen in Gemüseanbau und Vermarktung. HTC stattet auch Handwerkerfamilien, wie Schneider und Schmiede, mit Werkzeugen aus. Jede Berufsgruppe erhält so die für sie erforderliche Unterstützung. Diese Hilfen sollen die Eltern in die Lage versetzen, zukünftig selbst für den Schulbesuch ihrer Kinder aufzukommen und sie ausreichend ernähren zu können. Um die Lebensbedingungen für alle Dorfbewohner zu verbessern, installiert HTC auch Wasserleitungen, erneuert die Bewässerungssysteme für die Terrassenfelder und errichtet einfache Toiletten, die nicht nur der Hygiene und Umweltschonung dienen, sondern auch Krankheiten vorbeugen. Zur Vermeidung der häufigen Atemwegserkrankungen, besonders bei Frauen und Mädchen, richten wir Rauchabzüge an den Kochstellen der Hütten ein.
Für all diese Maßnahmen stellt HTC das Material zur Verfügung. Bei der Durchführung helfen die Familien tatkräftig mit. So setzt HTC die Spendengelder sparsam ein und leistet damit wirksame Hilfe zur Selbsthilfe.